Ausstellungseröffnung „Betonkanu-Regatta“ bei Dyckerhoff in Wiesbaden

Beton schwimmt - den besten Beweis hierfür liefern alle zwei Jahre die Teilnehmer an der „Betonkanu-Regatta“ der deutschen Zement- und Betonindustrie. Mit ihrem Booten aus Beton versetzen sie dabei nicht nur den Laien, sondern auch so manchen Baufachmann immer wieder in Erstaunen. Dass dahinter innovativste Betontechnologie steht, dies zeigt eindrucksvoll die Ausstellung „Betonboote mit Dyckerhoff Zement“, die im Beisein zahlreicher Gäste aus Hochschulen, Verbänden und Industrie Ende März im Foyer der Dyckerhoff Hauptverwaltung in Wiesbaden eröffnet wurde.

Dass eine solche Ausstellung gerade in Wiesbaden stattfindet kommt nicht von ungefähr - so Martin Möllmann, Marketingdirektor bei Dyckerhoff, bei seiner Begrüßung der rund 100 Gäste. Gilt die hessische Landeshauptstadt doch seit langem als die Domäne des Betonkanusports in Deutschland. Dies nicht zuletzt, weil von hier aus einer der Pioniere auf diesem Gebiet wirkte: Prof. Edwin Bayer, der langjährige Leiter der damaligen Bauberatung Zement (heute Betonmarketing). Er war maßgeblich an der Durchführung der ersten Betonkanu-Regatta im Jahre 1986 beteiligt. Seitdem beweisen als zwei Jahre Universitäten, Hochschulen und Ausbildungsstätten des Bauwesens mit viel Kreativität und Einfallsreichtum, dass Boote aus Beton schwimmen können. In unterschiedlichsten Wettkämpfen wird der breiten Öffentlichkeit so auf originelle und unterhaltsame Weise vor Augen geführt, was innovative Betontechnologie mit modernen Bindemitteln der Baustoffindustrie zu leisten vermag. Als Anerkennung für seine Pionierleistung überreichte Martin Möllmann Prof. Bayer die Replik einer Siegermedaille der letztjährigen 25jährigen Jubiläums-Regatta, die auf dem Salbker See in Magdeburg stattfand. Mit Dipl.-Ing. Otmar Hersel auch den direkten Nachfolger von Prof. Bayer sowie Dr. Ing. Diethelm Bosold, aktuell zuständig für den Bereich Bautechnik bei BetonMarketing West. Sie haben dafür gesorgt bzw. sorgen dafür, dass der „Spirit aus Wiesbaden“ auf dem Gebiet des Betonkanusports weiter fort lebt.

Wiesbaden leistete aber nicht nur hinsichtlich der Organisation Pionierarbeit in Sachen Betonkanusport. Mit dem in der Ausstellung gezeigten „MobyDyck“ stellte die FH Wiesbaden (heute Hochschule Rhein-Main) auch das erste Siegerboot in Bereich der Konstruktion. Wie der Name verdeutlicht, war auch das Wiesbadener Unternehmen Dyckerhoff bei dieser Veranstaltungsreihe von Anfang an aktiv mit dabei. MobyDyck war ein Ferrozement-Leichtbauboot auf Basis des weißen Portlandzement Dyckerhoff Weiss PZ 45 F als Bindemittel. Die zahlreichen Neuentwicklungen von Dyckerhoff auf dem Gebiet der Spezialbindemittel spornten die Teams auch in den Folgejahren immer wieder zum Experimentieren und Tüfteln mit innovativen Zementen an.

So ist in Wiesbaden ein weiteres Boot der Hochschule Rhein-Main zu sehen. Das Kanu mit den Namen „Basalton“ entstand im Jahr 2009, inmitten der Entwicklung von Dyckerhoff NANODUR®, einem Spezialzement, der ganz ohne Mikrosilica die zielsichere Herstellung von Ultrahochfesten Betonen - kurz UHPC genannt - ermöglicht. So wurde für das Basalton-Kanu als Bewehrung ein Basaltfasergewebe verwendet, welches in Nanodurmörtel getränkt wurde. Allerdings trauten sich die Studenten damals noch nicht so richtig, die Materialkennwerte von NANODUR® auch wirklich auszunutzen. Mit dem Wissen von heute wäre das Boot nur halb so dick und somit noch leichter zu tragen - so Philipp Legeland, einer der Erbauer des Basalton.

Aktuellstes Objekt in der Ausstellung sind Teile eines im Maßstab 1: 10 nachgebauten Schaufelradbaggers, wie er in der Lausitz zum Abbau von Braunkohle eingesetzt wird. Mit ihm gingen im vergangenen Jahr die Studenten der Hochschule Lausitz (FH) an den Start der Beton-kanu-Regatta 2011. Basis für die schwimmende Betonkonstruktion mit ihren außergewöhnlichen Dimensionen war auch hier Dyckerhoff NANODUR®. Rund eineinhalb Jahre Arbeit - parallel zum Studium - steckten die Lausitzer Studenten in ihr Boot, das im Prinzip eine Fachwerkskonstruktion darstellt. Alle Teile sind aus Beton, sogar Schrauben, Muttern, Kugellager und das komplette Schaufelrad. Der schwimmende „KOHLEbeißer“ mit einem Gesamtgewicht von über 5 Tonnen begeisterte nicht nur die Ingenieure, sondern auch die Zuschauer bei der Bootsparade auf dem Salbker See in Magdeburg und sicherte dem kreativen Cottbuser Team - wie schon in den Vorjahren - den ersten Platz in der Offenen Klasse. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, das die Geschäftsleitung der Dyckerhoff AG, vertreten durch Dipl. Kfm. Rüdiger Körner, den 2011 ins Leben gerufenen Nanodur-Preis im Rahmen der Ausstellungseröffnung an die Lausitzer Studenten, genauer an den Verein zur Förderung der Wissenschaft und Forschung des Untersuchungskomplexes „Schwimmende Architektur“ an der Hochschule Lausitz (FH), vergab. Dieser freute sich über die unerwartete Auszeichnung, die mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden ist, und versprach bei der nächsten Betonkanu-Regatta 2013 in Bayern wiederum mit einem spektakulären Boot in der offenen Klasse antreten und gewinnen zu wollen.

Die Ausstellung im Foyer der Wiesbadener Dyckerhoff Zentrale, die mit freundlicher Unterstützung von Betonmarketing West und der Hochschule Rhein-Main zustande gekommen ist, ist noch bis 15. Juni zu sehen und werktäglich (Mo.- Fr.) von 9.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.


Dokumente

Objektbericht: KOHLEbeißer Ausstellung „Betonboote mit Dyckerhoff Zement“ im Foyer der Hauptverwaltung, Wiesbaden