Dyckerhoff Baustofftechnik-Tag 26./27.03.09

Moderne Hochleistungsbetone im Mittelpunkt

Eigentlich sollten ausschließlich innovative Spezialzemente und moderne Hochleistungsbetone und die mit ihnen möglichen Projekte, Produkte und Problemlösungen im Mittelpunkt des Baustofftechniktag 2009 stehen. Der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung war es geschuldet, dass in Essen auch die Auswirkungen der Wirtschaftkrise auf die Zementindustrie auf der Agenda standen. Vor allem der marktbedingte Rückgang in der Stahlindustrie hat zu einem stark verminderten Angebot an Hüttensanden geführt, wie sie für die Produktion von CEM II-Zementen benötigt werden.

Ein breites Themenspektrum rund um den Baustoff Beton, dazu ein illusterer Kreis ausgewiesener Experten auf diesem Gebiet - all dies waren beste Voraussetzungen für eine hochkarätige Veranstaltung. Mit ihr knüpft Dyckerhoff an den erfolgreichen Essener Baustofftechniktag vor drei Jahren an und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Ruhrgebietsmetropole - so Dr. Stefan John, Vorstand der Dyckerhoff AG, bei der Begrüßung der rund 150 Teilnehmer. Der Bogen der Fachthemen spannte sich dabei von grundlegenden betontechnologischen und gestalterischen Aspekten, über Erfahrungsberichte beim Einsatz von Zement und Beton mit besonderer Beständigkeit bis hin zum richtigen Zukunftsmanagement und endete dann wieder in der Gegenwart bei der aktuellen Rohstoffsituation.

Von der Mikrodur- zur Nanodurtechnologie

Dass die Basis der neuen Technologien vor allem in den gezielt ausgesteuerten Feinstzementkomponenten besteht, dies machten Dr.-Ing. Ditmar Hornung von der Bauberatung und Dipl.-Ing. Thomas Deuse vom Produktmarketing der Dyckerhoff AG deutlich. In ihrem Vortrag „Von der Mikrodur- zur Nanodurtechnologie“ zeigten sie, dass die Dyckerhoff Mikrodur® Technologie nur ein erster Schritt bei der Entwicklung von Premiumzementen zum Einsatz bei besonders schwierigen Betonanforderungen war. Mittlerweile ist es die Nanodurtechnologie und das in mehreren Mischvorgängen hochtourig aufbereitete Bindemittel Nanodur®, auf dessen Basis Normzemente zur praxisgerechten Herstellung von UHPC (Ultra High Performance Concrete) entwickelt wurden.

Positive Praxiserfahrungen

Wo speziell „Zement und Beton mit besonderer Beständigkeit“ erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden, dies zeigten Dipl.-Ing. Werner Schultz von der Bauberatung der Dyckerhoff AG und Dipl.-Ing. Hans-Georg Müller, Geschäftsführer DW Betonrohre. Ihre eindrucksvollen Beispiele reichten vom Einsatz im Kraftwerksbau bis hin zu besonders anspruchsvollen Kanalisations- und Infrastrukturprojekten. Ergänzend dazu, hatten die Teilnehmer bereits am Vortrag die Möglichkeit, das E.ON Neubauprojekt in Datteln zu besichtigten. Der Einsatz von Beton mit erhöhtem Widerstand gegen Säurebeanspruchung ermöglicht es hier, beim Bau des Naturzugkühlers auf eine kostenintensive Beschichtung zu verzichten.

Um „Erfahrungsberichte aus 60 Jahren Weisszement-Anwendungen" ging es auch bei dem Vortrag von Dr. Josef Strunge, dem Leiter des Wilhelm-Dyckerhoff-Institut, Wiesbaden und Dipl.-Ing. Stefan Heeß vom Verkaufsbereich Weisszement der Dyckerhoff AG. Während Stefan Heeß mit eindrucksvollen Bildern die seit etwa 60 Jahre bekannte und bewiesene selbstreinigende Wirkung von Betonoberflächen mit Titandioxid veranschaulichte, war es an Dr. Strunge, die Wirkungsweise photokatalytischer Baustoffe wissenschaftlich fundiert und dennoch allgemein verständlich darzustellen. Fest steht, dass durch den photokatalytischen Effekt Schadgase reduziert und organischer Bewuchs verhindert werden können, wobei die Effizienz des photokatalytischen Effekts jedoch stark von der Dichte der Oberflächenbelegung, z.B. des Betonteils mit Titandioxid abhängt. Hier besteht jedoch noch Forschungsbedarf. So werden aktuell in einem BMBF-Projekt unter der Beteiligung von Dyckerhoff die photokatalytischen Effekte an Baustoffen untersucht und eine Effizienzsteigerung der Photokatalysatoren angestrebt

Ein Blick in die Zukunft

Beton, das wurde in Essen einmal mehr deutlich, ist der „Baustoff der Zukunft“. Und wär hätte dies besser vermitteln können als Prof. Dr.-Ing. Bernd Hillemeier von der TU Berlin. Seine fundierten und engagierten Betrachtungen zu dem „innovativen, anmutigen und resistenten Werkstoff“ waren wie immer ein Highlight für die Zuhörer. Weniger mit Beton, aber dafür umso mehr mit der Zukunft beschäftigte sich Dr. Pero Micic von der FutureManagementGroup AG aus Eltville. „Mehr von den Zukunftsmärkten sehen und verstehen“, also bewusstes, zielgerichtetes „Zukunftsmanagement“ ist seiner Ansicht auch nach ein Muss für jedes Unternehmen und mit den von ihm skizzierten Techniken durchaus be-herrschbar.

Zur aktuellen Rohstoffsituation

Von Zukunftsvisionen zurück in die Gegenwart musste aus aktuellem Anlass Dipl.-Kfm. Rüdiger Körner, Mitglied der Geschäftsleitung der Dyckerhoff AG, die Zuhörer führen. Der Grund war die Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf die Zementindustrie. Zwar wird sich der Rückgang des Zementverbrauchs 2009 in Grenzen halten – nicht zuletzt auf Grund der positiven Wirkungen der geplanten Konjunkturprogramme. Problematischer stellt sich jedoch die Situation auf der Rohstoffseite dar. Insbesondere Hersteller wie Dyckerhoff, die nicht zuletzt aus Gründen der CO2-Reduzierung vermehrt Klinker durch Hüttensand ersetzt haben, sehen sich mit einem marktbedingten Rückgang beim Angebot an Hüttensand von rund drei Millionen Tonnen konfrontiert. Dennoch wird Dyckerhoff an seiner grundsätzlichen Strategie, den Klinkerfaktor weiter zu reduzieren, festhalten.


Dokumente

Programm Dyckerhoff Baustofftechnik-Tag 2009

Gastgeber und Referenten Gastgeber und Referenten
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